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Freitag, 15. Februar 2013

Käuzchen

http://www.kaeuzchen.at/
Gardegasse 8, 1070 Wien

Das Käuzchen - einst einmal DAS Studentenbeisl, wo sich Hipster- und Bobogesindel gute Nacht sagten und der Feministinnen-Stammtisch gemütlich neben der FM4-Aftershow-Party existierte - ist heute ein eher schwer einzuordnendes Lokal. Stammklientel will sich hier nicht so recht festbeißen, kommt mir vor.

Auch wenn ich sonst ein großer Fan von Fronten bin (sollen die Burschenschaftler in ihren Bettelstudenten und die Emanzen in ihr Café Rosa gehn....ooops das gibt es ja nicht mehr), gefällt mir genau das sehr gut am Käuzchen.

Die Einrichtung versucht sich in einer bizarren Mischung aus Skihütten-Gemütlichkeit und abstrakt-heruntergekommener Beisl-Ästhetik, weshalb ich mich dort auch nicht ganz so wohl fühle. Vor allem aber weil das Thema Sauberkeit ganz offensichtlich nicht unter den Top-10-Prioritäten der Besitzer aufscheint.

Nun, das sei dem Käuzchen aber verziehen. Was allerdings nicht ganz so leicht nachzusehen ist, sind die Klos, die, abgesehen davon, dass sie so groß wie eine Streichholzschachtel sind, widerlich nach Bahnhofsklo stinken und auch ein wenig so aussehen.

Der Service ist weder überschwänglich freundlich, noch desaströs schlecht gelaunt, allerdings könnten Getränke und Speisen (vor allem Speisen!) ein wenig schneller serviert werden.

Falls man sich hier nun die Frage stellt, warum man dieses Lokal eigentlich überhaupt aufsuchen sollte, folgt sogleich die Antwort: das Essen!

Die Auswahl an Speisen bietet sowohl für Fleischesser als auch für Vegetarier genug Abwechslung. Gleichzeitig ist die Speisekarte aber nicht so vollgestopft, wie es in anderen Lokalitäten oft der Fall ist.

Das wirklich besondere am Essen dort ist aber die zweifelsohne frisch gekochte Qualität.
Bestellt man dort zum Beispiel Linsen (mit oder ohne Fleisch - sehr toll!) mit Semmelknödel, bekommt man keine Dosenlinsen von Inzersdorfer mit steinharten Semmelknödeln von Chef Menü, sondern liebevoll gewürzte und langsam vor sich hin gekochte Linsen mit flaumigen Knödeln.

Auch beim Kohlgemüse mit Erdäpfelrösti handelt es sich ganz offensichtlich nicht um Tiefkühlmatsch, sondern eindeutig um frisch geschnippeltes und schmackhaft gewürztes Gemüse. Herrlich!

Über die Qualität der Fleischspeisen kann ich leider nichts sagen außer, dass meine Mitesser (nicht die auf der Nase...) immer begeistert waren.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass das Käuzchen sich auch bei den Getränken nicht lumpen lässt.
Setzen viele Beisel heutzutage auf die maßlos überteuerten Miniatur-Strongbow-Fläschchen (= der kleine, pickelige Bruder von echtem, irischen Cider), schenkt man im Käuzchen köstlichen Bulmers aus - sogar traditionell mit Eis serviert.

Somit kann man nur sagen: hin ins Käuzchen, genießt das Essen (auch wenn es manchmal etwas länger dauert) und euer Glas prickelnden, köstlichen Cider - auch wenn das bedeutet, dass ihr danach das unschöne Klo aufsuchen müsst.

DiMi
















Freitag, 13. Juli 2012

Lovely Days in Wiesen (Gastbeitrag)


Wenn Du mit 16 oder 17 ins Voom-Voom oder in die Camera Obscura gegangen bist, dann hast Du dort klasse Musik gehört.

Das waren düstere Discotheken. Dort hat der Discjockey (heute DeeJay genannt), viele Monate bevor man’s wo anders hören konnte, die heißesten LPs aufgelegt: Humble Pie, Jethro Tull, Deep Purple, Traffic, Cream, Procul Harum, Heaven, Chicago, CSN&Y, Rolling Stones, Ten Years After, usw. Aber niemals Beatles, die waren zu kommerzig.

Ein bisserl von dem Feeling von damals ist am Samstag, den 7. Juli 2012 wieder da gewesen, in Wiesen im Burgenland. Nicht nur Dank der Bands,die zum Teil hervorragend, zum Teil rührend bemüht waren, sondern weil lauter so Typen herumgelungert sind. Wie damals: In coolen T-Shirts und Pants, in Miniröcken- und jetzt auch mit vielen verschiedenen Tattoos.

Und alle haben gejohlt und gegröhlt zu den Bands von damals, die Rechtsanwälte, die Beamten, die Lehrer mit den langen Haaren (und den unfreiwilligen) Tonsuren. Ab und zu hat einer sein Hochdruckmittel genommen oder irgendwas zum Senken vom Cholesterin - irgendwelche Drogen braucht man schließlich auf so einem Fest.

Ja, und da denkt man sich wieder einmal: Vor so etwas haben sich unsere Eltern damals in den roaring years gefürchtet.

Diesmal waren’s lovely hours. Nett. Sonst nichts.

crosscheck

Dienstag, 3. Juli 2012

Pelikan

Pelikan
Blekingegatan 40, 116 62 Stockholm

Ich gebe zu, dass das Pelikan nicht gleich um die Ecke ist (zumindest für die Meisten von uns) aber dennoch möchte ich etwas darüber schreiben. Womöglich möchte ja jemand in den kommenden Sommermonaten in den einzigartig kühlen Norden flüchten...

Gemütlich, ruhig und einladend - all das sind Attribute die auf das Pelikan mitten im Zentrum Stockholms NICHT  zutreffen und doch (oder gerade deshalb) ist es eine Klasse für sich.

Möchte man das Lokal betreten, erklärt einem ein freundlicher Herr (in dem Fall kein Sarkasmus! Der Herr war tatsächlich sehr freundlich), dass man in ca. 30-50 Minuten mit einem Tisch rechnen und gerne mit Getränken von der Bar vor  dem Lokal (drinnen ist nämlich kein Platz) darauf warten kann.

Da wir alle bereits sehr müde vom vielen Gehen waren und ein ortskundiger unserer Truppe meinte, dass das in Stockholm so üblich sei, entschlossen wir uns also zu warten.

Mit Bier aus dem umfangreichen Sortiment war die Wartezeit auch schnell vorüber und wir wurden zu unserem Platz gebracht. Sofort war ich überwältigt von der unheimlich beeindruckenden Lärmkulisse, die in dem Restaurant herrschte. Der riesige Gastraum erinnerte an eine alte Bahnhofshalle und die hohen Wände taten ihr Bestes das abartig laute Geschnatter hunderter Gäste wieder und wieder zurück zu werfen (und wieder und wieder und wieder...).

Nachdem meine erster Fluchttrieb unterdrückt war, begann ich mich über unseren liebevoll gedeckten Tisch zu freuen und mit Wohlwollen die Herzlichkeit des Kellners (wieder kein Sarkasmus!) festzustellen.

Die Getränkekarte war, wie in fast allen Pubs Stockholms, erfreulich umfangreich und vor Allem das englische  Hobgoblin Ale fand seine Fans.

Die Speisekarte war nicht all zu umfangreich aber durchaus für alle Geschmäcker brauchbar. Vor allem die schwedische Hausmannskost war hier vertreten, sprich  Fisch, Fisch und noch ein bisschen Fleisch. Für alle die die berühmten IKEA-Fleischbällchen Köttbular (sprich: "Schötbulla") lieben; die gibt es hier selbstverständlich auch und werden karrenweise serviert, da sie den Schweden offensichtlich genauso gut schmecken.

Das einzig vegetarische Gericht, Ziegenkäse-Quiche mit mariniertem Blattspinat und roter Beete hat für mich zunächst zwar nicht all zu verführerisch geklungen, haute mich im  Nachhinein aber umso mehr um.

Mein Fazit: Der Service und die Speisen des Pelikans sind wirklich ganz großartig! Nur das Ambiente lässt etwas zu wünschen übrig und die Frage warum man sich miteinander nicht normal unterhalten kann sondern sich anbrüllen muss, bleibt für mich unbeantwortet. Maybe it's a Swedisch thing...

DiMi

Donnerstag, 21. Juni 2012

Veganmania - das vegane Sommerfest


15.-16.6.2012
Museumsquartier / Mariahilferstraße

Leider sehr heiß. leider sehr viele Menschen. Lässt man aber die Hitze und die Massen beiseite war die Veganmania ein großer und vor allem köstlicher Spaß.

Neben den namhaften Tierschutzorganisationen waren vor allem vegane Lebensmittel und Speisen sehr gut vertreten. Die vegane Fast Food Kette Loving Hut hat mich vor allem wegen ihrer köstlichen Cupcakes überzeugt aber auch der Peace Burger war ganz ausgezeichnet. Ein anderer Stand setzte auf Kebab, Döner & Co und konnte damit sogar meine fleischfressende Begleitung überzeugen.

Das BIObier war allerdings kein so großer Genuss. Obwohl ich generell kein eingefleischter (was für ein Wortwitz) Bierfan bin hat diese biologische Variante noch bitterer und metallischer als andere Sorten geschmeckt. Dafür aber waren der BIOradler und die BIOlimo ganz ausgezeichnet und erfrischend.

Zu kaufen gab es viele T-Shirts- mitunter sehr spaßige, Lebensmittel und Beauty Produkte - alles vegan natürlich! Preislich war die Veranstaltung nicht überdurchschnittlich teuer. Für den Eintritt war nichts zu zahlen (wie denn auch wenn es mitten auf der Straße stattfindet), der Burger kostete 3€ (war aber auch sehr klein), das Kebab, 5€ und die Getränke ca. 2,50€ (exklusive Bechereinsatz). Alles in allem also durchaus leistbar und natürlich für einen guten Zweck.

Die bereits vorher genannten Menschenmassen  konnten einem das Flanieren und Konsumieren allerdings sehr vermiesen. Die wenigen Schattenplätze waren schnell besetzt und das Anstehen war oft mühsam weil zusätzlich zu der Schlange auch noch Passanten, mit Fahrrädern und/oder Kinderwägen herumwuselten bei gefühlten 40°. Vielleicht sollte der Schauplatz das nächste Mal also etwas breiter kalkuliert werden.

Wenigstens war das Publikum einiger Maßen auszuhalten wenn man auf selbstgerechte Vegetarier steht. Neben den klassischen Althippies, tummelten sich Hipsters, Bobos und viele Punks mit süßen Hunden.
Mein persönliches Highlight war ein (Punk)Mädchen, das sich nicht zu blöd war ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Animal Liberation" zu tragen und dabei ihren angeleinten Hund mit Beißkorb durch die Menge zu schleifen. Auf die Art von Befreiung kann man glaube ich gut verzichten...

DiMi

Sonntag, 17. Juni 2012

Linsberg Asia Therme & Hotel


Asia Resort Linsberg
Bad Erlach
http://www.linsbergasia.at/

Schrecklich dekadent und schrecklich hedonistisch, aber dennoch ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Von außen sieht das Hotel, das zur Linsberg Asia Therme gehört, recht unscheinbar und eigentlich nicht besonders hübsch aus. Zu viel Beton für die sonst so grün-blühende Umgebung. Betritt man aber die Lobby ist dieser Eindruck Geschichte. Sehr exklusiv und stilvoll in Schwarz und dunklen Rottönen beeindruckt der Empfangsbereich und gibt einem das Gefühl stinkreich und wichtig zu sein. Aber auch der Rest des Hotels und vor allem die Zimmer sind wunderschön eingerichtet.

Dem Gast bleibt es übrig im hoteleigenen Thermenbereich zu verweilen oder sich in die öffentliche (also für den Pöbel zugängliche) Therme zu begeben. Ein (für mich großer) Nachteil am "exklusiven, nur für Hotelgäste zugänglichen Spa-Bereich" ist, dass es sich hierbei gleichzeitig um den Nacktbereich handelt, weshalb man leider von hässlichen, nackten Menschen umringt ist und so manche Dinge sieht, die man sich eigentliche lieber erspart hätte. Hier herrscht also Verbesserungsbedarf.

Die Preise sind, wie es leider in allen Wellness-Hotels so ist, eher gehoben und wenn man nicht ein günstiges Package erwischt (so wie ich), muss man für ein Wochenende (im Doppelzimmer, mit Halbpension, das ein oder andere abendliche Getränk an der Bar und die ein oder andere Massage) doch mit 500€ rechnen.

Dazu kommt, dass das Klientel ebenso gewöhnungsbedürftig wie unsympathisch ist (wobei ich mich und meine Mitreisenden natürlich ausschließe). Neben enorm wichtigen "Direktoren"-Typen inklusive großbusiger Freundin... äh Verzeihung... Nichte, tummeln sich braun gebrannte Frühpensionisten, die einmal etwas anderes als Caorle und Rimmini sehen wollten. Nicht zu vergessen die mittelalten Liebespaare, die sich bei jeder Gelegenheit begrapschen und nahezu aufessen was irgendwie unschön aussieht.

Trotzdem, das Hotel und die Therme sind absolut empfehlenswert!

DiMi








Freitag, 25. Mai 2012

Shanghai Tan (Gastbeitrag)


Shanghai Tan
Gumpendorferstraße 9 1060 Wien

Neben U-Bahn-System und Abwasserkanal befindet sich in Wiens Untergrund einer der coolsten Asiaten der Stadt

Eigentlich mag ich keine Asiaten. Alles schmeckt irgendwie ähnlich, und davon gibt es entweder reichlich in der billigen All you can eat Variante, oder zu kleine Portionen in Form von überteuertem Sushi. Soviel zu meinen bisherigen Erfahrungen. Letzte Woche im Shanghai Tan wurde ich jedoch eines Besseren belehrt, und zwar durch:

  1. die Atmosphäre 
Selten hat ein Lokal bei mir so schnell die Assoziationen „unglaublich cool, urban und großstädtisch“ hervorgerufen wie das Shanghai Tan. Wir hatten einen Platz im Raucherbereich reserviert, der sich im Keller befindet. Geht man die Treppen im verspiegelten Abgang hinunter, sieht man zuerst einmal gar nichts. Schemenhaft nimmt man nach und nach die Umrisse im düster beleuchteten Untergrund wahr – kleine rote Lampen an der Decke und lederbezogene Bänke vor niederen Tischen aus dunklem Holz. Hat man schließlich in einer der Essnischen Platz genommen, die durch einen hölzernen Sichtschutz voneinander getrennt sind, und blickt seinem Gegenüber durch den aufsteigenden Zigarettenrauch in die Augen während die kleine flackernde Kerze am Tisch geheimnisvolle Schatten wirft – dann, ja dann wird selbst aus dem fadesten Österreicheicher ein geheimnisvoller chinesischer Agent, Killer oder Mafiaboss, und selbst der provinziellste Wiener fühlt einen Hauch der großstädtischen Coolness vorbeiwehen, die es sonst nur in den kleinen „Geheimtipp“-Lokalen New Yorks oder Londons zu entdecken gibt.

  1. Das Personal 
Das Personal passt nun nicht so ganz zu diesem Flair einer chinesischen Gangsterspelunke. Gut so, sage ich! Oder würden Sie gerne von Geheimagenten, Killern und Mafiabossen bedient werden? Da war uns die fidele blonde Kellnerin gleich lieber, die unheimlich freundlich und nett um unser Wohl besorgt war! Nicht minder sympathisch, wenn auch ein wenig irritierend, fanden wir ihren Kollegen, der uns mit besorgtem Gesicht erklärte dass wir mit unserem Cocktailkonsum bald einen Rekord brechen würden. (In Anbetracht der Tatsache dass jeder am Tisch bis zu diesem Zeitpunkt nur zwei Cocktails konsumiert hatte, möchte ich an dieser Stelle gerne festhalten dass selbst wenn im Keller des Shanghai Tan Geheimagenten, Killer und Mafiabosse verkehren, sich diese dort wohl nicht betrinken.)

  1. der Geschmack
Köstlich, gar köstlich waren die Udon Nudeln mit Gemüse. Kein Vergleich zum chinesischen Gatsch, den ich bis dato gewohnt war. Knackig das Gemüse, perfekt die hausgemachten Nudeln, und das ganze in einer Sauce die so interessant war dass man selbst als Nicht-Vegetarier glatt vergessen könnte, dass es sich um eine „fade“ fleischlose Speise handelt. Auch die Tofutaschen zur Vorspeise waren ganz ausgezeichnet, und den Cocktails waren wir, wie bereits erwähnt, quasi haltlos zugetan.

Fazit: ein wirklich gelungener Abend! Wenn auch nicht ganz billig, ist der Besuch im Shanghai Tan bestimmt jeden Cent wert gewesen. Ein Tipp für chinesische Killer, Geheimagenten und Mafiabosse: im ra’mien nebenan befindet sich eine nicht minder coole asiatische Bar – falls der eine oder andere am Ende des Abends das Holzbein schwingen, oder ein Glasauge auf eine hübsche Frau werfen möchte. 

Nebenbei hat das Shanghai Tan auch noch das coolste Klo der Stadt
Hedwüsch

Dienstag, 22. Mai 2012

Charlie Ps.... oder warum das Nichtrauchergesetz in Österreich eine Farce ist

Charlie P's
Währingerstraße 3
1090 Wien
http://www.charlieps.at/en/Home/

Neben dem Bogside Inn gehört das Charlie P's zu meinen absoluten Lieblingspubs. Die Kellner sind allesamt nett und zuvorkommend. Der Cider schmeckt ausgezeichnet und das Essen ist pubtypisch schmackhaft!
Wäre da nicht das ewige Drama um die wenigen Raucherplätze oder, wie ich es nenne, einen Platz im Vorzimmer zu ergattern.

Die Bar und der restliche Pubbereich werden durch eine Glaswand bzw. Tür vom Eingangsbereich abgetrennt. In dem eben genannten Eingangsbereich, der meistens arschkalt ist, weil die Tür ständig offen bleiben muss, stehen 4 Tische (wobei einer davon recht groß ist). Ein kleiner Bereich im Eck dient als Stehplatz (sofern man nichts dagegen hat hin und wieder die Tür an den Kopf geknallt zu bekommen). Nun ist es leider so, dass diese 4 Tische ab 18:00 mehr als besetzt (oft auch zweifach reserviert) sind, wohingegen der restliche Teil des Pubs (drinnen wo es schön warm, hell und freundlich ist) mehr oder weniger leersteht. Es lungern zwar ein paar wenige rotgesichtige Engländer an der Bar und folgen einem Fußballspiel, aber auch die kommen spätestens in der Spielpause nach "draußen" äh "drinnen" naja, eben in den "Raucherbereich".

Da stellt sich mir doch die Frage, ob es tatsächlich nötig ist in einem Pub (also kein Restaurant oder Kaffeehaus) das Rauchen zu verbieten. Vor allem wo man immer öfter leerstehende Nichtraucher und überquellende Raucherbereiche vorfinden muss.

Wie dem auch sei: das Charlie P's ist, solang man früh genug dran ist, ein ausgezeichnetes Pub um sich sein spätnachmittägliches Pint zu gönnen. Sláinte!

DiMi

Montag, 30. April 2012

My Father's Daughter - Delicious, easy recipes celebrating family & togetherness


Copyright by Grand Central Life & Style
Etwas dekadent mit einem leisen Touch Marie Antoinette ("Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche essen") zeigt uns Gwyneth wie man organisch, biologisch, gesund und ... naja nein, preiswert nicht unbedingt, aber zumindest köstlich kochen kann. Was soll ich sagen? Mich hat dieses Kochbuch ganz unverhofft so begeistert, dass ich es der Welt (oder Euch, meinen 3 Lesern) nicht vorenthalten möchte.

Da hat Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow doch tatsächlich ein Kochbuch herausgegeben. Was sagt man dazu? Als ich davon gelesen habe, habe ich es zunächst als armseligen Versuch (noch mehr) Geld zu verdienen verstanden, immerhin war die Schauspielerin öfter im Seitenblicke-Magazin als auf der Kinoleinwand zu sehen und nachdem sie ihre zwei Kinder Apple und Moses getauft hat, konnte ich sie sowieso nicht mehr so ganz ernst nehmen, aber nachdem ich per Zufall in einem Buchgeschäft auf dieses Werk gestoßen bin und kurz durchgeblättert habe, musste ich es einfach kaufen.

Begonnen mit der Aufmachung: das Buch ist wirklich wunderschön anzusehen. Abgesehen von einigen sehr netten Familienfotos, geben die Bilder von den diversen Gerichten einiges her. 

Die Rezepte sind von watscheneinfach bis hin zu anspruchsvoll nachzukochen aber allesamt sind sie so beschrieben, dass es keine Probleme geben sollte (außer bei der Umrechnung von "ounces" in Gramm vielleicht, aber dem kann man ganz einfach vorbeugen indem man sich das Buch auf deutsch zulegt...).

Was mir besonders gut gefällt, ist, dass bei vielen Fleischrezepten angegeben ist wie man das Gericht ganz einfach auch für Vegetarier zubereiten kann. Für passionierte Fleischfresser ist dieses Buch allerdings weniger geeignet, gibt es doch ausschließlich Gerichte mit weißem Fleisch - da Ms Paltrow kein Rotes isst - und auch die eher so zubereitet, dass sie der schlanken Hollywwod-Linie zuträglich sind. 
Hier wird viel mit Gewürzen, Kräutern, (natürlich selbstgemachten) Fonds und vor allem frischen Zutaten gearbeitet. Tiefkühlkost und Fertigmischungen sucht man hier also umsonst. 

Nun könnte man der Autorin vorwerfen, dass nicht jeder einen riesigen Garten voller selbstgezogener Gemüsesorten und frisch gepflanzter Kräuter hat, aber man muss fairerweise sagen, dass die Autorin a) relativ unaufdringlich damit umgeht, dass sie nun mal Geld wie Heu und vor allem Zeit hat und b) niemand gezwungen wird auf diese Art zu kochen bzw. sich das Buch zuzulegen.

Wie auch immer, ich bin wie gesagt begeistert und werde in Zukunft bestimmt mehr aus "My Father's Daughter" kochen. 

DiMi

PS: Bereits getestet und mit kleinen Änderungen zubereitet: Vegetarisches Chilli.



Donnerstag, 26. April 2012

ESA

ESA
Neustiftgasse 38 1070 Wien
http://www.esa-restaurant.com/

Unglaublich (wirklich unglaublich!) gutes Essen, freundliche und prompte Bedienung, hervorragende und vor allem leistbare Cocktails und ein angenehmes bzw. absolut kitschfreies Ambiente.
Also ich habe mein Lieblingsrestaurant gefunden!

Wir waren bereits kurz vor 18:00 im Restaurant und obwohl offiziell noch nicht geöffnet war, hat man uns freundlich empfangen. Der kleine Raucherbereich, durch eine Glaswand von der Bar abgetrennt, ist abgesehen von ein paar Bildern (sehr cool!) etwas karg eingerichtet aber dennoch nicht steril.

Begonnen haben wir mit einer Vorspeise, die wir ohne Aufforderung mit 2 Gabeln serviert bekommen haben. Was soll ich sagen? Ich habe bisher nicht gewusst, dass Nachos sowas können! In einer warmen Schüssel wurde uns ein Haufen knuspriger (eindeutig nicht aus dem Packerl stammender) Nachos serviert, die liebevollst mit Bohnenmus, Sauerrahm, Guacamole, frischen Paradeisern und Kräutern (mmmmh... Koriander) verfeinert waren. Besonders imponiert hat mir, dass nicht nur die obersten Nachos mit Köstlichkeiten belegt waren, sondern hier ganz offensichtlich Schicht für Schicht in die Form gefüllt und anschließend ins Rohr geschoben wurden. (also kein berühmt berüchtigter "Nuklius" für alle King of Queens Fans). Herrlich!

Weiter ging es mit den Cocktails. Von 18:00 - 21:00 ist Happy Hour, und zwar keine von der linken Sorte, wie in so manch anderen mexikanischen Restaurants http://blutundlidstrich.blogspot.com/2012/03/salud.html. Nein, in diesem Fall kosten die Cocktails nur 4,50€ statt durchschnittlichen 7,50€ und das ist ziemlich fair, find ich. Darüberhinaus sind sie aber nicht nur billig, sondern auch überaus schmackhaft. Ich für meinen Teil habe z.B. schon lange keinen so guten Mojito mehr getrunken. Aber auch Swimmingpool, Tequila Sunrise und Mango Daiquirie waren der Hit!

Weiter ging es mit der Hauptspeise. Ich habe mir Gemüse-Fajitas zum selber befüllen, mein Begleiter Burritos mit Hühnerfleisch-Fülle genommen, und auch hier hat es nichts aber auch gar nichts zu beanstanden gegeben. Die Gemüse-Fülle war (ihr ahnt es schon) ganz vorzüglich! Frisch angebratene Zucchinis, Zwiebel, Mais (leider auch einige Champions und Paprika, die ich beide nicht so toll finde, was aber Geschmackssache ist) waren richtig und ausreichend gewürzt. Dazu gabs drei verschiedene Saucen (Guacamole, Sauerrahm und Salsa) und mexikanischen Reis. Die Tortillas waren natürlich ofenwarm und frisch. Über die Burritos kann ich nur sagen, dass sie ganz hervorragend ausgesehen haben und dass sie laut meiner Begleitung auch so geschmeckt haben.

Mein Fazit: Jeder, der einen guten Mexikaner sucht MUSS dorthin gehen und alle anderen auch. Außer ich bin dort, dann wäre mir natürlich lieber wenn es nicht zu voll wäre (blödes Zwinkersmiley).

DiMi




Freitag, 6. April 2012

Koinonia

Japanisch - Korianische Spezialitäten
Währingerstraße 151
1180 Wien
http://www.koinonia.co.at/index.htm

Mit asiatischen Restaurants ist es oft schwierig. Obwohl es in Wien an jeder Ecke zwei davon gibt, sind die meisten leicht schmuddelig, das Essen oft in Fett und Glutamat ertränkt und das Ambiente derart kitschig, dass es fast schon an Rassismus grenzt (so von wegen Stereotyp und so) Das Koinonia ist da aber Gott sei Dank anders und trotzdem möchte ich da nicht mehr hin!

Hier wird das Gemüse noch frisch geschnippelt, in feinen Ölen ange- und nicht zerbraten und interessant gewürzt. Die Mini-Frühlingsrollen (vegetarisch) schmecken frisch und die dazu gereichte Sauce nicht wie aus der "Mengenrabatt-Tonne". Der Ramen soll ebenso ausgezeichnet sein. Außerdem ist die Einrichtung dezent, unauffällig und man findet nicht einen chinesischen Fächer an der Wand. Leider sind aus ökonomischen Gründen einige Tische so platziert, dass man seinen Tischnachbarn sitzend ins Essen spucken könnte (wenn man wollte), was die ganze Sache etwas ungemütlich macht.

Aber nun zum wirklichen Knackpunkt - die Bedienung oder, um genauer zu sein, dieser eine Kellner. Zweimal war ich dort, zweimal wurde ich von dem gleichen Kellner bedient und beide Male hatte ich das Gefühl ich müsste mich bei jeder Gelegenheit bei ihm entschuldigen. Primär wäre das eigentlich kein Problem wenn meine beobachtende Recherche nicht ergeben hätte, dass er durchaus freundlich sein kann, allerdings nur zu steinalten Hofratsgattinen mit ihren hässlichen Pudeln oder snobistisch angehauchten Währinger Hausfrauen.
Wenn schon unhöflich, dann zu allen sag ich immer!

Schade! Denn kulinarisch ist das Restaurant durchaus zu empfehlen.

DiMi

Freitag, 23. März 2012

Smokey's

Walfischgasse 4c
1010 Wien
http://www.smokeys.at/index.html 

Das Smokey's in der Walfischgasse ist der kleinere Bruder des bereits berwährten Smokey's II in der oberen Donaustraße im zweiten Bezirk. Ich gehe (oder versuche es zumindest) dort regelmäßig hin weil es, ohne Übertreibung, die besten (Veggie)Burger der Stadt hat. Ich persönlich kann hier nur vom Veggie Burger sprechen, weiß aber aus mehreren zuverlässigen Quellen, dass auch die Fleisch Burger grandios schmecken sollen.

Zunächst wählt man sich seine gewünschte Ingredienzien. Zum Beispiel muss man sich zwischen dunkel oder hellem Brot entscheiden oder ob bzw. welchen Käse man drin haben möchte. Dazu wählt man aus dem großen Sortiment an verschiedenen, hausgemachten (und die sind wirklich hausgemacht) Saucen. Als Beilage bekommt man entweder Veggies, klassische Fries oder auch Braterdäpel - alles selbst geschnippelt und frisch geröstet.
Das Beste aber, für alle Fleischverweigerer, ist das Veggie-Laberl. Ganz anders als in den meisten Burger Lokalen bekommt man hier nämlich kein tiefgekühltes 0815 Gemüseschnitzel vorgesetzt, sondern ein köstliches und frisch zubereitetes weiß-nicht-genau-woraus-bestehendes-Burgerlaberl.

Dazu gibt es Milchshakes, Smoothies, Cocktails und sogar einen sehr zu empfehlenden, hausgemachten Eistee.
Alles in allem: sehr zu empfehlen!

DiMi

Montag, 19. März 2012

Salud

Restaurant & Cocktailbar
Johannesgasse 23 - 1010 Wien
http://www.salud.at/

Das Salud ist eines dieser Lokale, das prinzipiell sehr nett sein könnte, es aber auf Grund schlechter und liebloser Führung nicht ist.

Zunächst zum Wichtigsten: das Essen und die Cocktails. Beides kann man durchaus empfehlen. Die Portionen sind genau richtig. Gewürzt wird eher mäßig und die Saucen sind leider eindeutig nicht selbst gemacht (schmecken dementsprechend öde), aber alles in allem schmecken die Speisen ganz anständig. Die Cocktails hingegen sind ganz hervorragend. Getestet wurden Strawberry Daiquiri, Mojito und Long Island Ice Tea und alle drei waren gut gemixt und nicht zu schwach. Die vielbeworbene "Happy Hour" ist allerdings nicht besonders happy, da in ihr nur eine kleine Auswahl an Cocktails billiger ist und auch die dezente Ersparnis von 1€ (statt 7,50€ nur 6,50€ - olé) trägt nicht unbedingt zur Freude bei.

Das Ambiente ist, wie man es erwartet, kitschig-bunt und voller mexikanischer Klischees.
Könnte aber dennoch nett und gemütlich sein wenn es nicht:
1.) furchtbar laut wäre
2.) furchtbar heiß wäre
3.) mit winzigen Tischen vollgestopft worden wäre, die zu allem möglichen einladen aber nicht zum gemütlichen Essen.

Als krönender Abschluss: das Service.
Wir machen es kurz. Die Kellner sind unhöflich und reichlich uninteressiert an ihren Gästen und deren Bestellungen.

Fazit: Ich geh da nicht mehr hin.

DiMi



Freitag, 16. März 2012

The Bogside Inn

Irish Pub
Landesgerichtsstraße 18 - 1010 Wien
http://www.bogside.at/ 




Grandioser Gastauftritt der ebenso grandiosen Band Living Lache
Ich liebe es ganz einfach! Seit der Geburtsstunde vor 14 Jahren besuche ich diese Pub nun schon und auch wenn vor kurzem einige innenarchitektonische Änderungen vorgenommen wurden, die ich nicht ganz so toll finde, wird es wohl auch in Zukunft mein Stammpub bleiben.


Beginnen wir mit der Atmosphäre: Wie alle guten Pubs ist es verraucht und riecht nach Toast. Man braucht also nicht glauben, dass man seine Sachen am nächsten Tag noch einmal anziehen kann. Der Boden ist voller Erdnussschalen, weil es dort üblich ist, die Reste der Gratisnüsse einfach vom Tisch zu fegen - vermutlich aus organisatorischen Gründen oder weil es die Betrunkenen ohnehin früher oder später so machen würden.
Die Kellner sind alle miteinander unglaublich nett und freundlich, was bei dem Ansturm an manchen Abenden gar nicht so selbstverständlich ist. Der Cider ist leider wie überall in Österreich relativ teuer, dafür haben sie eine recht nette Auswahl und nicht wie sonst so oft die ekligen winzigen Strongbow-Fläschchen. An kalten Tagen sollte man außerdem unbedingt warmen Met trinken, der im stilechten Tonkrug serviert wird.
Die Bierpreise sind laut meiner biertrinkenden Freunde eher gehoben, aber das liegt dann wohl auch daran, dass Guinness & Co. importiert werden müssen.
Einziger Nachteil, zumindest für mich, ist die Lage. Wenn man nicht gerade schnatternde Anglistik-Stammtische ertragen muss, können auch schon mal grölende Schüler aus dem Rathaus direkt hineinstolpern.
Wenn man es aber gut trifft, kann man dort die schönsten und lustigsten Abende verbringen.





DiMI